1717 – 2017: 300 Jahre Freimaurer

Intime Einblicke in Denken und Empfinden der Freimaurer

Die Freimaurer mit insgesamt 15 Freimaurerlogen in Frankfurt und Umgebung feiern das Ereignis mit einem Konzert unter dem geheimnisvollen Titel »Das Sein im Ewigen«.

Was bedeutet das Jubiläum für Frankfurt?

Zunächst gar nichts. Trotzdem feiern die Freimaurer – warum?

Am 24. Juni 1717, dem Johannistag, an dem die Freimaurer ihres Schutzpatrons Johannes’, des Täufers, gedenken, werben vier Logen in London und Westminster zum ersten Mal öffentlich um Spenden für wohltätige Zwecke. Dies wird zur Geburtsstunde der ersten Großloge der Welt.

Johannes war da schon lange der Schutzpatron der Steinmetze. Der abflauende Bauboom nimmt ihnen die Arbeit. Ihre »Erben«, die Freimaurer, führen indes die Traditionen ihrer Gebräuche und jenes Patronats des Johannes fort, entwickeln aus der geistigen Beschäftigung der Steinmetze mit den Bedingungen ihrer Arbeit die Freude am »Laut Denken mit dem Freunde« (Lessing) und behalten selbstverständlich auch deren Fürsorge um die Menschen in ihrer Gesellschaft und darum herum bei. Dieses alles bestimmen sie zur so genannten symbolischen Arbeit am Tempel der Humanität, der Arbeit an der individuellen Entwicklung des Menschen.

Als Freimaurer deuten sie den Ruf des Johannes aus der Wüste »Kehrt um!« als das schon von jenem wörtlich gemeinte »Denkt um« und richten damit den sich auf den Humanismus und die damals schon 200 Jahre alte Reformation gründenden Anspruch der gerade entstehenden Aufklärung, die Welt besser zu verlassen, als sie sie vorgefunden haben – nun – nicht auf Andere, sondern auf sich selbst.

Auf diesem »Weg des Wandels« erreichen sie etwa 25 Jahre später in den Trossen der Kaiserwähler auch die freie Reichsstadt Frankfurt. Hier treffen der Adel auf die »Pfeffersäcke« und der Handel auf den Wandel. In den Wandel reihen sich die Freimaurer mit ihrem Anspruch auf den Wandel ihrer selbst mühelos ein und gründen 1742 die 11. Loge in Deutschland unter dem Namen »Zur Einigkeit«. Vielseitig und weltoffen mischen die Freimaurer sich seitdem zum wechselseitigen Wohl in die Frankfurter Stadtgesellschaft ein. Sie werden dies auch so lange tun, solange Gutes zu tun unentbehrlich bleibt.

(Text: Eberhard Panne)